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Das Märchen – Die Salzprinzessin

(Originalverfasser Gebrüder Grimm) - hier in der Version der ICB

 

Es war einmal ein König, der hatte drei Töchter, die er wie sein Augenlicht liebte. Er war schon alt und des Herrschens müde und so sann er oft darüber nach, welche seiner Töchter nach seinem Tode Königin werden sollte. Die Wahl wurde ihm schwer, denn er liebte alle drei gleichermaßen. Nach reiflichem Überlegen entschloss er sich, diejenige zur Herrscherin zu bestimmen, die ihn am innigsten liebte. Er berief die Prinzessinnen vor seinen Thron und fragte sie, wie sehr sie ihn liebten.
 

Die erste Tochter versicherte ihm, dass sie ihn mehr liebte als alles Gold der Welt. Die zweite Tochter sagte, dass sie ihn mehr liebte als allen Schmuck auf der Welt. Die jüngst Tochter aber sprach, dass sie ihren Vater genauso sehr liebte wie das Salz.

Da der König dies nicht verstehen konnte und sich beleidigt fühlte, jagte er die jüngste Tocher davon und sagte, dass sie erst wieder zu ihm kommen dürfe, wenn den Menschen einmal das Salz lieber wäre als alles Gold und Edelsteine.

Ohne zu widersprechen, mit tränenüberströmtem Antlitz, verließ das stets gehorsame Mariechen das Schloss ihres Vaters. Sie wanderte über Berge und Täler, bis sie zu einem dichten Wäldchen kam. Da trat ihr eine alte Frau in den Weg. Verzweifelt erzählte sie ihr, was sich zugetragen hatte, und weinend fügte sie hinzu, dass sie ja gar nicht Königin werden will, sondern nur zurück zu ihrem Vater kehren möchte.
Die Alte ließ das Mädchen zu Ende erzählen, nahm sie bei der Hand und forderte es auf, in ihre Dienste einzutreten. Sie bat sie nur stets gut und gehorsam zu sein und versprach, wenn die Zeit reif ist, wird sie mit Glück und Freude belohnt werden.

Inzwischen lebten die beiden älteren Prinzessinnen auf dem Schloss in Saus und Braus. Ein Festmahl folgte dem anderen, und die Mädchen hatten nichts anderes als nur ihr Vergnügen im Sinne.
Da gingen dem alten König die Augen auf und er musste erkennen, dass seinen Töchtern Gold und Tanz lieber waren als er. Er gedachte seiner jüngsten Tochter und erinnerte sich an die aufrichtige Liebe, mit der sie ihn immer umgeben hatte und er wusste nun, dass er sie allein zur Königin hätte ernennen sollen. Wie gerne hätte er sie zurückgeholt, wenn er nur ihren Aufenthaltsort gekannt hätte! Kamen ihm aber ihre Worte in den Sinn, dass sie ihn nur so wie Salz liebe, wurde er wiederum ärgerlich und zweifelte an ihr. Eines Tages sollte ein Festmahl im Schloss gegeben werden. Da stürzte der Koch vor des Königs Thron und sagte fassungslos, dass im Land das ganze Salz ausgegangen war und er nicht wüsste mit was er die Speisen würzen sollte. Der König befahl sie ohne Salz zu servieren. Doch den Gästen wollten die Gerichte nicht mehr munden, obgleich sie sonst schmackhaft und wohlgefällig zubereitet waren. Der König sandte seine Boten nach allen Windrichtungen aus, um Salz zu holen, doch sie alle kehrten unverrichteter Dinge und mit leeren Händen ins Schloss zurück. Das gleiche Missgeschick hatte auch die Nachbarländer betroffen und wer noch einen kleinen Salzvorrat hatte, wollte sich nicht für alles Gold der Welt von ihm trennen.
Auf Befehl des Königs bereitete nun der Koch nur süße Speisen und Gerichte zu, die keines Salzes bedurften. Doch auch diese Speisen wollten den Gästen auf die Dauer nicht schmecken, und als sie sahen, dass keine Besserung abzusehen war, verließen sie, einer nach dem anderen, das königliche Schloss.
Doch nicht nur die Menschen, sondern auch das Vieh in den Ställen litt unter diesem Salzmangel. Kühe, Ziegen und Schafe gaben wenig Milch. Es war ein Unglück für jedermann im Lande. Die Leute wankten müde zur Arbeit und wurden schwach und krank. Sogar den König und seine beiden Töchter verschonte die Krankheit nicht. Da erst erkannten sie, welch seltene Gabe des Himmels das Salz war und wie wenig sie diese geschätzt hatten. Die Schuld, der jüngsten Tochter Unrecht getan zu haben, lastete schwer auf des Königs Gewissen.

Das Mädchen allerdings lebte derweil in der Hütte im Walde glücklich und zufrieden. Sie ahnte nicht, wie schlecht es ihrem Vater und ihren beiden Schwestern zu Hause erging. Die weise Frau jedoch wusste nur zu genau, was sich dort zutrug! Eines Tages sprach sie deshalb zu ihr, dass sie wieder nach Hause zurückkehren soll und sie genug Dienste geleistet hat. Sie erzählte ihr auch, was sich während ihrer Abwesenheit im Lande zugetragen hatte und das nun die Worte an ihren Vater wahr geworden seien und Salz wertvoller als Gold und Edelsteine ist.
Daraufhin verließ das Mädchen die gute Fee und durfte sich zum Abschied und als Dank etwas wünschen. Der einzige Wunsch des Mädchens war jedoch ein wenig Salz, welches sie ihrem Vater bringen wollte. Die Fee überreichte ihr daraufhin ein Säckchen mit Salz und eine Weidenroute und sagte ihr, dass, wenn einmal der Mittagswind zu wehen beginnt, sie ihm folgen soll über drei Täler und drei Berge. Dann sollte sie inne halten und den Boden berühren mit der Weidenrute. Die Erde wird sich öffnen und alles, was sie dann in der Höhle findet sei ihr Eigen.

Dankend nahm das Mädchen das Salzsäckchen und die Weidenrute, verwahrte sie sorgfältig und eilte dem Schlosse zu.
Der König war überglücklich, als er seine jüngste Tochter wiedersah. Er bat sie um Verzeihung und versicherte ihr, wie Recht sie doch gehabt hatte.
Schnell verbreitete sich im Schloss und auch im ganzen Lande die Kunde, dass des Königs jüngste Tochter heimgekehrt war und Salz mitgebracht hätte. Jeder, der im Schloss erschien und um Salz bat, bekam ein wenig aus dem Beutelchen, welches nie leer wurde.
Der König wurde gesund und voller Freude darüber berief er eines Tages um die Mittagsstunde seine Edelleute, um ihnen zu verkünden, dass er seine Tochter zu seiner Nachfolgerin bestimmen wolle.
Unter großem Jubel des Volkes wurde sie sodann zur Königin ernannt ..........

 

 

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